Tanztreffen der Jugend


21.-28. September 2018 - Haus der Berliner Festspiele           

 

Das Jugendtanzprojekt TRANS LUCENT von Gary Joplin und Wiebke Hofmann wurde als eine von sechs Produktionen zum Tanztreffen der Jugend eingeladen, einem der bedeutendsten Festivals des zeitgenössischen Jugendtanzes auf Bundesebene, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Berliner Festspielen.
Sechs Schülerinnen und Schüler der Ballettwerkstatt durften gemeinsam mit weiteren Heidelberger Jugendlichen ihr preisgekröntes Stück auf der großen Bühne der Berliner Festspiele aufführen und sechs Tage lang an einem umfangreichen Workshop- und Diskussionsprogramm teilnehmen. 

 

Fotos: Dave Großmann
 

 

Gefangen in der Tanzblase - Impressionen von Stella Macha

 

Das Haus der Berliner Festspiele, ein Ort, an dem Interessen und Kultur gefördert werden. Ein großes Rahmenprogramm, sechs ausgewählte Ensembles, die innerhalb einer Woche jeweils an einem Abend ihr Stück präsentieren dürfen, und wir, das Jugendtanz Theater Heidelberg, waren mit unserer Produktion TRANS LUCENT mit dabei.

Ein bunter Eröffnungsabend auf der Bühne des großen Saals. Jedes Ensemble präsentiert sich mit einer Kurzchoreographie von zwei Minuten zu einem Zitat. Die Frage, was ist real steht im Raum. Danach kommen wir erstmals im Hotel an, spät abends, in die Zimmer, die man die nächste Woche nur zum Schlafen nutzt.
 

Der nächste Morgen, ein viel zu früher Morgen. Das erste Frühstück, der Spaziergang zum Haus der Berliner Festspiele, der in den nächsten Tagen immer vertrauter, fast schon gewohnt wird. Danach die Aufteilung in unsere Intensiv-Workshops, die wir gemeinsam mit den Jugendlichen der anderen Tanzensembles besuchen dürfen, und die die nächsten vier Tage unseren Vormittag füllen werden. Noch ist alles fremd, man ist aber voller Tatendrang. Nach dem kurzen Kennenlernen der anderen Jugendlichen am Vorabend, wird jetzt erstmals zusammen getanzt.

Am Sonntagmorgen die erste längere Probe für TRANS LUCENT, das erste Mal auf der großen Hauptbühne. Alles ist viel größer, wir haben viel mehr Platz. Die Choreographen Gary Joplin und Wiebke Hofmann sind seit dem frühen Morgen mit den Technikern im Einsatz, programmieren Lichteinstellungen und Bühnenfahrten. Unsere Taiko-Trommler kommen in Berlin an. Zwischendurch proben wir mit Wiebke im Foyer, im Saal werden weitere Lichteinstellungen eingerichtet.
 

Montagmorgen fällt der Intensiv-Workshop für uns aus. Der Aufführungstag, der gemeinsame Weg zum Haus der Festspiele. Wir sind nervös, glücklich und erwartungsvoll. Die Umkleiden werden gezeigt, verspätete Proben, das Besinnen auf Ruhe. Eine Generalprobe auf einer fremden Bühne. Ein schnelles Essen, nur eine Kleinigkeit, gemeinsames Schminken, laute Musik in der Umkleide. Vorfreude, die greifbar ist, Bauchkribbeln, das in einem hochsteigt, eine große Familie, spürbare Gemeinschaft. Ein Gruppenfoto auf der Bühne, nochmal ein gemeinsames Atmen mit allen Beteiligten. Dann geht es los. Das Warten im Rang, der Blick in die Schwärze, die Konzentration steigt. Als sich der eiserne Vorhang hebt, sind wir überrascht und überwältigt von so vielen Menschen, so vielen interessierten Augenpaaren. Unsere Aufführung in dieser besonderen Kulisse, durchströmende Energie, unendliche Spannung, berührende Momente, Magie. Applaus, unendliches Strahlen auf den Gesichtern, wunde Hände, Schweiß, Glück, Rosen, die Farbe Gelb, die unendliche Freude, all das vermischt sich zu einem unbeschreiblichen Gefühlsteppich. Freude über einen gelungenen Auftritt in diesem Theater, einzigartig tolle Rückmeldungen von den Zuschauern. Ein ausgiebiges gemeinsames Essen am bereit gestellten Tisch im Foyer, danach tanzen in der Club-Disco auf der Unterbühne, wir wollen an diesem Tag alles auskosten.
 

Am nächsten Morgen sind wir müde und immer noch berauscht vom Gefühl des Vorabends. Noch mehr positive Rückmeldungen der anderen Tanzensembles beim Frühstück. Der Körper ist erschöpft, man geht trotzdem zu den Intensiv-Workshops, folgt einer Routine, die sich nun langsam vertraut anfühlt. Die Tage sind anstrengend, aber trotzdem sehr erfrischend, und überraschen immer wieder mit neuen Tanz-Eindrücken.

Am letzten Abend gehen wir zur Abschlussparty. Spaß ohne Ende, die anderen Tänzer sind nicht mehr fremd, man hat in dieser Woche so viel gemeinsam erlebt und geteilt. Langsam wird einem bewusst, an was für einem einzigartigen Festival man beteiligt war. Zu wissen, dass es so viele Menschen gibt, die genauso ticken wie man selbst, ist sehr bewegend. Zudem die Wertschätzung der eigenen Interessen, so sehr gefördert zu werden, in dem was man liebt, so unbeschwert in einer Blase aus Tanz gefangen sein zu dürfen, ohne etwas zu vermissen, erfüllt einen zu tiefst. In diesem Moment, auch wenn der Körper müde ist, könnte man noch ewig im Haus der Festspiele bleiben.

 

                                 

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